Boot-Gemeinschaftsprojekt von AWO, GGSD und Gymnasium Landau
Landau/Isar.
Mit einem selbst gestalteten Boot beteiligte sich auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Dingolfing-Landau an der bundesweiten AWO-Aktion "100 Boot - 100 Millionen Menschen". Dazu organisierte der AWO-Kreisvorsitzende Dr. Jürgen Schniedermeier eines der XXL-Origamiboote mit 5 Meter Länge zum Bemalen. Robert Meyer der Heimleiter des AWO-Seniorenheimes Bayerwaldblick in Landau übernahm das Projektmanagement. Ziel der Aktion ist es auf das Schicksal von über 130 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, aufmerksam zu machen, so Meyer und Schniedermeier. Im letzten Jahr zum Tag der Flüchtlinge am 20. Juli standen die Boote im Lustgarten vorm Berliner Dom und demnächst werden sie in Brüssel auf die Millionen-Schicksale durch Flucht und Vertreibung hinweisen.
Das Bemalen des Bootes, das erst aufwändig grundiert werden musste, übernahm der der Wahlkurs "Generationen gemeinsam aktiv" bestehend aus angehenden Pflegekräften der Pflegeschule der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD) in Landau, Schülern des Landauer Gymnasiums und Bewohnern des Landauer AWO-Heimes. Die künstlerischen Motive stammten von Gudrun Günthner, der Leiterin des Sozialdienstes. Unterstützt bei der Umsetzung wurde sie dabei von Sandra Schröder von der 10a des Gymnasiums Landau und Christa Hartmann.
Auf der einen Seite der Bordwand wird das Grauen des Krieges in der Ukraine thematisiert, und auf der anderen Bordwand ist Frieden das beherrschende Thema mit dem Lebensbaum und dem "Bayerwaldblick". Im Inneren des Bootes symbolisieren 27 Hände mit den Nationalfarben die 27 EU-Staaten. Die Idee dahinter: Die Menschen in der EU, die seit Jahrzehnten in Frieden und Wohlstand leben, sollten sich solidarisch mit den Menschen in Kriegs- und Krisengebieten zeigen. Hände in blau-gelb, gemalt von ukrainischen Kindern der Integrationsklassen, auf beiden Seiten der Bordwände, sowohl auf der Kriegs- als auch auf der Friedensseite, verdeutlichen den großen Wunsch der ukrainischen Kinder nach Frieden.
Zur Bootstaufe am vergangenen Freitag fanden sich die Künstlerinnen und Künstler von der GGSD, dem Landauer Gymnasium und den Bewohnern in der Cafeteria des AWO-Heimes Bayerwaldblick Landau ein. Zusammen mit AWO-Heimleiter Robert Meyer, dem AWO-Kreisvorstand mit Dr. Jürgen Schniedermeier, Bernd Vilsmeier, Martin Rapke, Gabi Reitmaier und Stadtrat Daniel Lang freuten sich alle auf die Bootstaufe. Diese übernahm bereitwillig der Landauer Bürgermeister Matthias Kohlmayer und taufte mit einer Flasche Sekt das Boots auf den Namen die "Landauerin vom Isartal".
Demnächst geht das Boot des AWO-Kreisverbandes Dingolfing-Landau dann auf die Reise nach Brüssel und wird dort am 12. Mai Teil eines Gesamtkunstwerkes des AWO-Bundesverbandes vor dem EU-Parlament sein, um mit aller Deutlichkeit auf das Schicksal der Menschen durch Flucht und Vertreibung hinzuweisen.