DGB-Kreisverband Dingolfing-Landau diskutiert den DGB-Rentenreport 2025
Dingolfing-Landau.
"Nach wie vor ist und soll die gesetzliche Rente die tragende Säule bei der Alterssicherung sein", stellte DGB-Kreisvorsitzender Cengiz Kahya bei der Sitzung des Kreisvorstandes Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Dingolfing-Landau am gestrigen Mittwoch im Dingolfinger Postbräu fest. Dazu hatte die DGB-Organisationsekretärin Anja Wessely aus Landshut den druckfrischen neuen Rentenreport 2025 des DGB Bayern mitgebracht.
Aktuell beziehen mehr als 3,5 Millionen Menschen in Bayern eine gesetzliche Rente. Knapp dreiviertel davon sind Altersrenten, etwa ein fünftel sind Hinterbliebenenrenten und ca. 6 Prozent Erwerbsminderungsrenten. Die Durchschnittsrente betrug bei Männern etwa 1.400 Euro und bei Frauen 869 Euro. Bei Männern stiegen die Renten zwischen 2018 und 2023 um 18,7 Prozent, aber die Inflationsrate betrug 19,6 Prozent. Trotz der sozialrechtlichen Verbesserungen wie z. B. der Mütterrente stiegen die Renten bei Frauen im selben Zeitraum um 27,8 Prozent. Aber es zeigt sich immer noch eine ganz deutliche "Rentenlücke" bei Frauen, so Wessely. Ausschlaggebend dafür sind neben dem ausgeprägten Niedriglohnsektor in Bayern (14,3 Prozent der Vollzeitbeschäftigten) vor allem die Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung und im Erwerbsumfang.
Zum Teil sehr deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Renten in den bayerischen Regionen. Die durchschnittlichen Zahlbeträge der Altersrenten sind bei Männern zwischen 1.398 Euro (Unterfranken) und 1.310 Euro (Oberfranken). In Niederbayern sind es 1.349 Euro. Bei Frauen bewegen sich die Beträge zwischen 956 Euro (Oberbayern) und 825 Euro (Niederbayern).
Gute Arbeit ist daher der wichtigste Pfeiler für eine sichere und gute Altersversorgung, so DGB-Vorsitzender Kahya. Wesentlich dabei sind Gesundheitsförderung, gute Löhne, am besten nach Tarif, und sichere Arbeitsplätze. Denn nur so können die Menschen bis zum Renteneintritt arbeiten und sich ausreichend Rentenpunkte für eine auskömmliche Alterssicherung erarbeiten. Vorausgesetzt das Rentenniveau wird nicht weiter abgesenkt und das Rentenalter nicht erhöht, fordert der DGB-Kreisvorstand, denn das wären reine Rentenkürzungen.
Leider werden zur gesetzlichen Rentenversicherung medial immer noch klare Falschmeldungen verbreitet, so Wessely. Denn trotz immer mehr Rentner in Deutschland blieb der Anteil der Ausgaben für die Rente seit 1990 ziemlich stabil zwischen 9 und 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die allseits gerne geforderte "private Vorsorge" machte die Altersvorsorge nicht besser, aber dafür kostspieliger für die Beschäftigten, weil sie allein auf den Kosten sitzen bleiben.
Und die Aussage, dass die gesetzliche Rente aus dem Bundeshaushalt milliardenschwer gestützt werden muss, weil sie sonst nicht mehr finanzierbar wäre, ist grundfalsch, so Wessely. Die Wahrheit ist, der Staat muss damit nicht beitragsfinanzierte gesamtgesellschaftliche Ausgaben, wie z. B. die Mütterente, die Grundrente oder Anrechnungszeiten ohne Beitragszahlungen, ausgleichen. Und diese werden durch den Bundeszuschuss in die Rentenkasse leider nicht komplett kompensiert, so dass hier den Beitragszahlern in die Tasche gegriffen wird.
Des Weiteren besprach der DGB-Kreisvorstand den Planungsstand für die diesjährige DGB-Maifeier am 1. Mai am Dingolfinger Marienplatz. Das Programm dazu steht, so DGB-Kreisvorsitzender Kahya, jetzt muss nur noch das Wetter passen. Auch das niederschmetternde Ergebnis der Bundestagswahl im Landkreis für Arbeitnehmerrechte war ein großer Diskussionspunkt der DGB-Sitzung. Daran müssen wir weiter arbeiten, damit so genannte "Fake-News" keine Chance mehr haben, bekräftigte Kahya.