ACE-Kreisvorstand stellt Ablenkung durch Smartphones in den Focus
Frontenhausen.
Unter dem Motto „Kopf hoch!“ startet die diesjährige Clubinitiative des Auto Club Europa (ACE). Dazu untersuchen die rund 700 ACE-Ehrenamtlichen in den kommenden Monaten bundesweit die Ablenkung durch Smartphones am Steuer, erklärte der ACE-Kreisvorsitzende Bernd Vilsmeier bei der ACE-Kreisvorstandssitzung des ACE-Kreises Landshut-Erding, der die Städte und Landkreise Erding, Freising, Landshut, Dingolfing-Landau und Rottal-Inn umfasst, im Gasthof „Zur Post“ in Frontenhausen am vergangenen Mittwoch.
Dafür überprüfen die ACE-Mitglieder an über 250 innerörtlichen Kreuzungen in ganz Deutschland, wie häufig Autofahrende hinter dem Steuer zum Handy greifen. Die Ergebnisse der bundesweiten Checks sollen zeigen, wie verbreitet Smartphone-Ablenkung im Straßenverkehr ist und wo besonderer Handlungsbedarf besteht, so Vilsmeier. Mit der Clubinitiative will der ACE auf die Risiken der Smartphone-Nutzung am Steuer aufmerksam machen und ein stärkeres Bewusstsein für konzentriertes und verantwortungsvolles Verhalten im Straßenverkehr schaffen.
Das Smartphone ist für viele Menschen ihr ständiger Begleiter – auch im Auto. Ein kurzer Blick auf eine Nachricht, ein rascher Wechsel der Musik oder ein schneller Check der Sozialen Medien: Schon wenige Sekunden Ablenkung können im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben. Wer bei Tempo 50 innerorts zwei Sekunden lang nicht auf die Straße schaut, legt rund 28 Meter im „Blindflug“ zurück, erklärte die stellvertretende ACE-Kreisvorsitzende Anja König, selbst bei Tempo 30 sind es in dieser Zeit noch etwa 17 Meter – eine Strecke von mehreren Autolängen ohne Blick für die Gefahren des Straßenverkehrs. Besonders im dichten innerstädtischen Verkehr kann das fatale Folgen haben, vor allem für Fußgänger oder Radfahrer.
Auch die Unfallstatistik zeigt die Bedeutung des Problems: Laut Auswertung der Unfallstatistik 2024 des Statistischen Bundesamts wurde im Jahr 2024 bei 8.722 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung als Unfallursache festgestellt, so ACE-Kreisvorsitzender Vilsmeier. In 1.039 Fällen hat die Nutzung elektronischer Geräte nachweislich zum Unfall geführt. Insgesamt sind sogar 25 Menschen bei solchen Unfällen ums Leben gekommen.
Diese Ablenkung am Steuer ist längst kein Randphänomen mehr, sondern Alltag auf unseren Straßen. Tausende Unfälle mit Personenschaden gehen jedes Jahr auf Unaufmerksamkeit zurück, viele davon stehen im Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Geräte. Wer auch nur einen Moment chattet oder scrollt, riskiert, einen Menschen zu übersehen. Und dennoch greifen täglich unzählige Autofahrende ganz selbstverständlich zum Handy, wenn die Aufmerksamkeit eigentlich der Straße gehört. Weil wir diese Entwicklung nicht länger hinnehmen dürfen, rücken wir mit unserer ACE-Clubinitiative 2026 die Handy-Ablenkung in den Fokus. Denn Sicherheit beginnt mit Aufmerksamkeit: Schon ein kurzer Blick aufs Display kann über Leben und Tod entscheiden, erklärte ACE-Kreisvorsitzender Vilsmeier.
Die bundesweiten Handy-Verkehrs-Checks beginnen im April 2026. Die rund 700 ACE-Ehrenamtlichen werden dabei an mehr als 250 innerörtlichen Kreuzungen dokumentieren, wie häufig Autofahrende während der Fahrt ihr Smartphone sichtbar nutzen. Grundlage ist ein standardisierter Beobachtungsbogen, mit dem sichtbare Handy-Verstöße systematisch erfasst werden.