Aktion „Gefahrenstelle Autobahn-Auffahrt?“

03. Juli 2026

Dorfen
Die Anschlussstelle Dorfen der A94 – beim Check am 5. Mai verhielten sich acht der gezählten 51 Fahrzeugführenden falsch.

ACE-Checks bei Dorfen und Allershausen decken zahlreiche Verstöße auf

Dorfen, Allershausen.
Beim Auffahren auf die Fernstraße oder Autobahn nutzen die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer den Beschleunigungsstreifen vollständig, um ihre Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr anzupassen. Doch was passiert, wenn sich keine ausreichend große Lücke ergibt, um sicher einzufädeln? Oder: Autofahrende verzichten auf das Blinken – und scheren einfach in den fließenden Verkehr ein. Diese Situationen kennen viele Verkehrsteilnehmende aus eigener Erfahrung. Genau diesem kritischen Punkt widmet sich die ACE-Erhebung zum Tag der Verkehrssicherheit 2026. So wurden kürzlich bei Dorfen (Landkreis Erding) an der Auffahrt zur A94 sowie bei Allershausen (Landkreis Freising) an der Auffahrt zur A9 Autofahrende beobachtet – und bei knapp 16 bzw. 18 Prozent ein Fehlverhalten dokumentiert.

Das Auffahren auf Autobahnen und Fernstraßen ist ein alltäglicher Vorgang, der jedoch seine Tücken hat. Mit der bundesweiten Aktion unter dem Motto „Gefahrenstelle Auffahrt?“ rückt der Autoclub Europa diesen sensiblen Bereich stärker in den Fokus und will mögliche Gefahren sichtbar machen. Daher sind Ehrenamtliche und Mitarbeitende des ACE seit März – und noch bis Anfang Juni – bundesweit unterwegs, um Auffahrtssituationen an rund 100 Fernstraßen zu beobachten und zu dokumentieren – auch in Dorfen an der Auffahrt zur A94 und in Allershausen an der Auffahrt zur A9. Die Ergebnisse werden zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni veröffentlicht.

Ursula Hildebrand, Regionalbeauftragte Club und Ehrenamt beim ACE, konnte an der Anschlussstelle Dorfen der A94 51 Fahrzeuge beobachten, die in Fahrtrichtung Passau auf die Autobahn auffuhren. Drei Fahrerinnen und Fahrer setzten dabei beim Wechsel vom Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn keinen Blinker. „Das Blinken ist ein wichtiges Signal für alle weiteren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer“, so Hildebrand. „Es signalisiert den kommenden Spurwechsel – und sorgt dafür, dass alle anderen Verkehrsteilnehmenden entsprechend angepasst fahren.“ Wenn das Signal ausbleibt, könne es zu gefährlichen Situationen kommen. Fünf Fahrerinnen und Fahrer wechselten nach dem Auffahren sofort auf die linke Spur – was zu gefährlichen Situationen führen kann. Zwei Fahrzeugführende scherten zu nahe vor einem Lkw vom Beschleunigungsstreifen auf die rechte Spur ein.

Allershausen
An der Anschlussstelle Allershausen der A9 112 Fahrzeuge gezählt. Hier verhielten sich 20 Fahrzeugführende falsch.

Dem folgte der Check an der A9 bei Allershausen in Fahrtrichtung München. Hier zählte Ursula Hildebrand 112 Fahrzeuge – 20 Fahrerinnen und Fahrer hielten sich dabei nicht an die Regeln. Neun Mal reichte der Beschleunigungsstreifen nicht aus, die Fahrzeugführenden fuhren über die durchgezogene Linie und konnten sich erst später in den fließenden Verkehr auf der rechten Spur einordnen. Vier Mal wurde auf das Blinken verzichtet – und sieben Mal wurde sofort auf die linke Spur der Autobahn gewechselt. Besonders kurios war das Manöver eines Fahrzeuglenkers: Zunächst ordnete sich der Fahrer korrekt hinter einem Lkw auf der rechten Spur ein. Hier ging es ihm wohl nicht schnell genug – er lenkte sein Fahrzeug wieder auf den Beschleunigungsstreifen zurück, überholte den Lkw rechts und überfuhr dann die durchgezogene Linie. Erst nach mehreren Metern auf dem Standstreifen fahrend ordnete sich der Fahrer dann vor dem Lkw auf der rechten Spur ein. „Solche Fahrmanöver bringen nicht nur den Fahrer selbst in Gefahr, sondern auch viele andere Verkehrsteilnehmende“, so der Vorsitzende des ACE-Kreises Landshut-Erding, Bernd Vilsmeier. „Wir appellieren an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, beim Auffahren auf Bundesstraßen und Autobahnen besonders aufzupassen, den Verkehr im Auge zu haben und rechtzeitig durch Blinken zu signalisieren, dass sie einfahren möchten. So können gefährliche Situationen vermieden werden.“

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